Cocktails selber mixen ist nicht so einfach wie man denkt. Einen ausgewogenen Cocktail herzustellen, bedeutet neben Fachkenntnis und Kreativität auch Mut und Leidenschaft zu besitzen. Ich zeige Dir, worauf es ankommt, um einen perfekten Cocktail herzustellen und dabei so wenig wie möglich Warenverluste hat. Denn seien wir doch mal ehrlich, wenn man noch nie einen Cocktail gemixt hat, probiert man sehr gerne einfach aus. Bedeutet, Zutaten kaufen - Zutaten zusammenschütten - Zutaten ausspucken. Als Anfänger an der Bar hat man einfach noch nicht das Verständnis, welche Zutat mit welcher zusammenpasst. Da gießt man fröhlich nacheinander die Flüssigkeiten zusammen und hofft danach, dass dieser Mix schmeckt. Funktioniert nur leider in den wenigsten Fällen. Um dies zu verhindern, werde ich Dir ein paar Geheimnisse verraten. So läufst Du keine Gefahr mehr, dass Du deine Drinks wegschütten oder ausspucken musst. Und Du hast gleichzeitig wertvolles Wissen zwischen Deinen Ohren, um Deine Gäste kulinarisch begeistern zu können.

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Was ist zu beachten

Cocktails selber mixen

Bevor Du einen eigenen Cocktail kreieren möchtest, brauchst Du Wissen, welche Zutaten harmonieren und auf welche Dosierung zu achten ist. Doch wie bekommt jemand, der noch keinerlei Berührung mit dem Mixen von Cocktails hatte, überhaupt ein Gefühl dafür. Nun, dies ist gar nicht so schwer, wie Du vielleicht denkst. Wenn Du keine Idee hast, was von den Zutaten und der Rezeptur zusammen passt, dann schaue doch einfach mal in die Süßwaren- oder in die Limonadenabteilung eines Supermarktes. Dort findest Du zum Beispiel bei den Schokoladen tolle Ideen von Geschmackszusammenstellungen. Die Tafel Schokolade mit Erdbeer- Joghurtgeschmack bietet Dir hier schon das erste Beispiel. Auch kannst Du dich im Internet oder in Fachzeitschriften und Büchern rund um das Thema Cocktail-Rezepte informieren und inspirieren lassen. Dies kannst Du im Übrigen auch mit einem meiner Bücher.


Wenn Du einige Zutaten parat hast, gehe folgendermaßen vor! Noch bevor Du die Zutaten zusammen gießt, rieche an ihnen. Klingt für Dich jetzt wahrscheinlich befremdlich, aber dies ist essentiell.  Am Geruch stelle ich zuerst fest, ob sich die Zutaten lieben oder beißen werden. Einmal zusammen gegossen, lassen sich die Zutaten nicht mehr voneinander trennen. Taste Dich von Zutat zu Zutat. Wenn Du überzeugt vom Geruch von zwei Zutaten bist, gieße etwas flüssigkeit der beiden in ein Shotglas und verkoste es. Wenn Dich dieser Geschmack überzeugt, gehst Du zur dritten und vierten Zutat. Du folgst immer den gleichen Schritten, bis der Geruch und der Geschmack Deiner ausgewählten Zutaten im Einklang sind.


Doch Achtung!!! Vor dem Gast solltest Du Deine Nase nicht tief in Flaschen oder Saftpacks stecken. Erstens schaut dies höchst unprofessionell aus und zweitens ist dies aus hygienischer Sicht, nicht anzuwenden. Halte einfach zwei Zutaten in einer Hand und wedle Dir mit der anderen Hand den Geruch zur Nase. Allerdings ist die Geruchsprobe begrenzt wenn Du zum Beispiel Anishaltige Getränke nutzt. Diese überdecken mit ihrem dominanten Geruch, die feinen Nuancen der anderen Zutaten. Dies ist im Übrigen auch beim Geschmack so. Wenn Du eine Geschmacksprobe Deiner zusammengefügten Zutaten nimmst, nutze einen Barlöffel um Dir den Geschmack auf den Löffelrücken zu bringen. Denn wenn Du viele Versuche brauchst, um den passenden Geschmack zu finden und ständig das Shotglas trinken musst, kannst Du ziemlich schnell einen sitzen haben. Zumindest, wenn Du Alkohol zusammen testest. Desweiteren musst Du beachten, dass Du nicht unzählig viele Zutaten für einen Cocktail verwenden solltest. Manchmal ist weniger einfach mehr. Bis maximal sieben Zutaten sollten für einen Cocktail verwendet werden.



Tipps für einen perfekten Cocktail

Verwende keinen Billigfusel! Dieser ist zwar günstiger, aber er wird nie zu einer tollen Qualität für die Cocktail-Rezepte beitragen und im schlechtesten Falle Kopfschmerzen für Dich und Deine Gäste bereiten. Also nochmals - KEINEN BILLIGEN FUSEL VERWENDEN!


Verwende generell hochwertige Produkte für Deine Drinks und schaue nach Trends auf dem Markt. Allerdings solltest Du nicht jedem Trend folgen.


Sammle bevor Du einen Drink kreierst, Informationen zu Zutaten, die harmonieren (Beispiel Supermarkt).


Taste Dich mit Deinem Geruchs- und Geschmackssinn an den perfekten Drink.


Das Auge trinkt mit. Das Farbspiel der verschiedenen Zutaten, trägt zur tollen oder weniger tollen Optik bei.


Sei mutig und schaue auch über den Tellerrand hinaus. Wer nur kopiert, wird sich nie von der Masse absetzen. 


Du wirst feststellen, je mehr Berührung Du mit den Zutaten bekommst, umso mehr Verständnis und Selbstsicherheit bekommst Du. So wird es für Dich ein Leichtes sein, einen Cocktail zu kreieren oder einen Gast zu begeistern, welcher Dir sein Vertrauen für einen eigens für ihn gemachten Cocktail schenkt. Nutze dieses Vertrauen! Doch auch in solcher Situation und bei allem Verständnis für die Zutatenauswahl, solltest Du immer bevor Du den Drink für Deinen Gast zauberst,einige sehr wichtigen Fragen stellen.


Cocktail-Rezepte – Wichtige Fragen an den Gast

  •  Soll der Cocktail alkoholfrei oder alkoholisch sein?
  •  Was ist die Lieblingsspirituose?
  •  Soll es ein Short- oder Longdrink sein? Sprich wie viel Inhalt wird gewünscht.
  •  Soll der Drink fruchtig süß, herb und trocken oder vielleicht sogar scharf sein?
  •  Darf der Cocktail Sahne enthalten?
  •  Was sollte unbedingt im Cocktail-Rezept sein und was sollte gar nicht enthalten sein
  •  Ist der Gast gegen eine Zutat allergisch?
  •  Kann der Drink frozen zubereitet werden?


Wenn Du all diese Fragen beantwortet bekommen hast, kannst Du vieles eingrenzen, hast einen Leitfaden und kannst dem Gast einen nur für ihn kreierten Cocktail zubereiten. Trotz aller Informationen die Du nun hast, solltest Du wissen, welche Zutaten harmonieren und welche Du für die Eigenkreation verwenden kannst. Sollte der Gast Dir ziemlich verrückte Zutatenwünsche gegeben haben, kannst und solltest du unter Berücksichtigung Deines Wissens dem Gast empfehlen, gewisse Zutaten nicht mixen zu müssen. Hier gilt allerdings, Kunde ist König!!! Auch wenn Du weißt das dieser Drink mit Sicherheit nicht so berauschend schmecken wird, erfüllst Du dem Gast sein Wunsch. Schließlich zahlt er diesen dann auch. Auch sollte man nicht immer nach seinem eigenen Geschmack gehen. Wichtig ist die Zufriedenheit des Gastes. Möchte der Gast hochwertige und exclusive Zutaten wie Champagner oder eine teure Spirituose wollen, weise ihn vorher darauf hin, das der Cocktail einen gewissen Preis haben wird. 


Nachdem Du Deinem Gast den fertigen Drink zubereitet hast, solltest Du diesen vor dem Servieren selbst kosten. Dazu hast Du zwei Möglichkeiten. Nutze einen Barlöffel. Dafür tauchst Du wenn dies möglich ist, den Barlöffel in das Gefäß Deines Cocktails und streichst diesen danach über Deinen Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger. Diese kleine Geschmacksprobe reicht völlig aus, um einen Einblick vom Geschmack zu bekommen. Außerdem ist dies die professionellste Möglichkeit, um vor dem Gast, den selbstkreierten Drink zu kosten. Weit verbreitet ist auch die Variante mit einem Strohhalm. Dazu taucht man eine Seite des Halmes in das Gefäß mit dem Cocktail und hält danach das andere Ende des Halmes zu um die Geschmacksprobe herauszuholen. Diese Variante birgt allerdings Gefahr. Denn hältst Du das Ende des Halmes nicht richtig dicht bevor es in deinem Mund ist, läuft alles heraus und kann für eine dreckige Dienstkleidung sowie einen dreckigen Arbeitsplatz sorgen. Außerdem ist diese Variante auch mit Kosten verbunden. Denn einen benutzten Strohhalm wirft man weg. Den Barlöffel kannst Du abwaschen oder einfach in ein mit Wasser befülltem Bostonglas gleiten. So ist der Löffel jederzeit einsatzbereit. 


Cocktail-Rezepte – und die richtige Garnitur

Natürlich spielt die Optik eine große Rolle. So kannst Du gerade bei einer Eigenkreation richtig kreativ sein. Verwende Garnituren, die Du sonst nicht verwendest. Sprich mach keinen Einheitsbrei ans Glas und hebe die Eigenkreation mit der Optik nochmals hervor. Denke daran, dass Auge trinkt mit! Auch ist es erwiesen, dass wenn du einen besonders toll garnierten Cocktail durch deine Bar, Lounge oder Restaurant trägst, sich weit aus mehr Gäste danach umdrehen werden und Du somit Interesse und Kauflust weckst. Zum Beispiel eine Angel mit einem langem Strohhalm und Orangenschale gebaut, wo eine Frucht daran baumelt.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist natürlich die Kalkulation deiner Cocktail-Rezepte. Du solltest zwar nur hochwertige Spirituosen verwenden, aber niemals Spirituosen, die im Einkauf schon ein kleines Vermögen kosten. Beispiel: John Walker & Sons Odyssey 0,70l 40% über 600 Euro für 0,7 Liter. Natürlich ist auch hier Gesetz, der Kunde ist König. Sollte er bereit sein, dafür viel Geld zu zahlen, kann man es natürlich machen. Wobei ich dringlichst dazu abraten würde, solch einen wundervollen Tropfen zum Mixen zu verwenden. Solch tolle Flüssigkeit muß man pur genießen!


Bei einer Eigenkreation musst Du darauf achten, dass das Cocktail-Rezept auch bezahlbar sein muß!

Es gibt auch neuste Technik für das Zubereiten von Cocktails. Eine Sogenannte Cocktail Waage und Apps in den verschiedensten Ausführungen. Wir bleiben dann doch lieber bei der klassischen Ausführung bei der Zubereitung von Cocktails. Das macht es doch aus, den Jigger zu schwingen oder gleichzeitig mehrere Flaschen beim Eingießen zu nutzen. Ja Cocktail-Rezepte zu kreieren bedarf mehr als eine Waage oder Apps.


Möchtest Du mehr erfahren, wie man Cocktails kreiert, die jede Party aufwerten und jeden Gast ein Geschmacksorgasmus bescheren, dann lasse Dich doch von mir zum Barkeeper ausbilden oder buche ein Coaching in diesem Bereich mit mir.

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