Cocktail-aus-Rum-MojitoHeute möchte ich dir den Mojito vorstellen. Man muss dazu sagen, dass ich dies mit einem unglaublichen Feuer in mir mache, weil dies mein absoluter Lieblingsdrink an der Bar ist. Allerdings nur, wenn er gut zubereitet wird.

Der Mojito ist wegen seinem spritzig-frischem Geschmack und Temperament weltweit sehr beliebt und kaum an den Bars wegzudenken. Besonders im Sommer wird der Mojito gern getrunken und kann durch verschiedene Abwandlungen (auf welche ich später zurückkommen möchte), für jeden zu einer Geschmacksexplosion zubereitet werden. Er zählt zu den Klassikern (Juleps) der Longdrinks und wird direkt im Gästeglas (built in glass) zubereitet.

Seinen Ursprung hat der Mojito in Kuba.

Wie kam der Mojito zu seinem Namen

Darüber gibt es wie bei vielen anderen Cocktails und Longdrinks verschiedene Versionen. Vermutlich stammt der Name vom Spanischem Mojar ab, was das Anfeuchten bedeutet. Hier ist das Anfeuchten von den Minzblättern gemeint. Eine weiter Version ist, dass der Mojito vom westafrikanischem Wort mojo abgeleitet worden ist. Dies ist ein Stoffbeutel mit magischen Gewürzen und Zaubergegenständen. Als verniedlichende Form würde Mojito „kleiner Zauber“ bedeuten. Auch gibt es eine gleichnamige Gewürzmischung welches den Namen entstanden lassen haben können. Allerdings wird diese mojo mit Pomeranzen und nicht mit Limetten zubereitet.

Wie auch immer der Mojito seinen Namen bekommen hat, er ist einer der leckersten Drinks den ich kenne. Allerdings ist eine richtige Zubereitung extrem wichtig und oft entscheiden nur Nuancen ob der Mojito den Gast begeistert oder enttäuscht.

Die kleinen Tipps und Tricks für die richtige Zubereitung, werde ich ebenfalls später erläutern.

Der Mojito zählt zu den Rum-Getränken und geht auf eine sehr lange Tradition zurück.

Der Mojito entstand in der Karibik

Kein anderer als der britische Freibeuter Francis Drake ein Getränk aus Zucker, Limetten (welche eine saure und aromatische Sorte aus der Karibik war), einen einfachen Zuckerrohrschnaps und Minze gegen seine Magenbeschwerden die er ab und an hatte, zu sich nahm. Drake war gefürchtet und erhielt durch die Spanier den Spitznamen „El Draque“ was spanisch der Drache bedeutet. So nannte man auch das Getränk, was dann später mit Rum gemischt wurde, in der Karibik. Bereits Anfang des 19. Jhd kannte man den Mojito auf Kuba. Dort wurde der Mojito erstmals im „La Concha“ in Havanna ausgeschenkt. Zu dieser Zeit waren eisgekühlte Drinks äußerst beliebt.

Erst durch den amerikanischen Autor Ernest Hemingway wurde der Mojito zur Legende. Dieser bestellte seinen Mojito immer in seiner Stammbar „La Bodeguita del Medio“ in Havanna. So hängt auch heute noch eines seiner Sprüche über der Bar:

“My Mojito in La Bodeguita, my Daiquiri in El Floridita“

Dies durfte ich bei meinen Aufenthalten in Kuba mit eigenen Augen und Gaumen erfahren.

Allerdings muß ich sagen, dass ich meinen besten Mojito nicht in der Bar La Bodeguita getrunken habe, sondern am Rande von Havanna. Ich saß in einem kleinen niedlichen Restaurant und bestellte das Nationalgetränk nebst Chicken mit Reis. Ich weiß noch heute, was dies für ein unglaublich gut gemachter Mojito war. Die Frische des Drinks und der extrem wohlschmeckende Minz-Limetten Geschmack verzauberte mich sofort. Natürlich war auch der Mojito in Hemmingways Lieblingsbar exzellent und nicht zu vergessen. Auch durfte ich in Europa einen wirklich super Mojito vernaschen. „Es waren vielleicht auch ein – paar mehr, zwinker“.

Der beste Mojito in Europa

Meiner Erfahrung nach gibt es den besten Mojito in einer kleinen Bar in Karlsbad / Tschechien. Ich glaube, wenn meine Begleiter und ich nicht den ganzen Minzvorrat aufgebraucht hätten, würde ich heute noch dort sitzen und Mojito schlürfen.

Du merkst, dass der perfekte Geschmack und die Zubereitung eines Mojitos, viel ausmachen. Das bleibt in Erinnerung und berichtet gern darüber. Natürlich ist alles eine Geschmackssache eines jeden Einzelnen, aber ich berichte und lobe gerne Dinge, die mir gut getan haben. Zweifels ohne tut Alkohol nur in Maßen gut, aber ab und an versinkt selbst ein Barkeeper sehr gern bei Kollegen an der Bar.

Traditioneller Mojito

Der Mojito besteht traditionell aus 5 Zutaten. Diese sind 5 cl weißer Rum, ca. 2-2,5 cl frischer Limettensaft, Minze, 3 BL weißer Rohrzucker oder 2 cl Zuckersirup und ca. 4 cl Soda Wasser.

5 cl weißer Rum

2-2,5 cl frisch gepresster Limettensaft

6-8 Minzblätter und einen Minzstängel

3 BL (Barlöffel) weißer Rohrzucker oder optional 2 cl Zuckersirup

ca. 4 cl Soda

Ice Cubes

Warum habe ich hier weißer Rohrzucker groß und fett geschrieben? Es ist geschmacklich wichtig den weißen Rohrzucker zu verwenden. Der weiße Rohr- oder Streuzucker sorgt dafür, dass die ätherischen Öle der Minze durch Reibung freigesetzt werden ohne dabei die Minze zu zerkleinern.

Man sagt, dass früher der braune Rohrzucker „der Zucker der Bauern“ gewesen sei, weil dieser ungereinigt wäre und der weiße Rohrzucker „der Zucker der gut betuchten Menschen von diesem Planeten“. Heutzutage ist dies rein eine Geschmacksfrage, was man für einen Zucker mag. Wichtig ist allerdings, um es nochmal zu betonen, dass bei einem klassischen Mojito der weiße Rohr- oder Streuzucker verwendet wird.

Bei einem Caipirinha wird hierzulande und in den Europäischen Ländern meist der braune grobkörnige Rohrzucker verwendet. Die Originalrezeptur von Caipirinha welcher aus Brasilien stammt, ist allerdings auch mit weißem feinen Zucker aus Zuckerrohr, welches den Geschmack von Zuckerrohr in den Drink bringt. Zum Caipirinha folgt aber ein eigener ausführlicher Beitrag von mir.

Man kann natürlich auch für einen Mojito Zuckersirup bzw. Läuterzucker verwenden. Ich als Barkeeper und Mojito Liebhaber, stehe allerdings auf den feinen weißen Rohrzucker, welcher sich an die Minze schmiegt und auf der Minze als Garnitur Bonbon extrem schick macht.

Zuckersirup / Läuterzucker

Diesen kann man ganz leicht selber machen. Dazu braucht man nur Wasser und Zucker. Im deutschen Arzneibuch von 1926 wird das Mischungsverhältnis mit 3 Teilen Zucker und 2 Teilen Wasser angegeben. Allerdings kann jeder das richtige Mischungsverhältnis für sich selbst bestimmen, indem er dabei etwas experimentiert. Auch kann man hier mit Aromen von Kräutern, Obst oder Gemüse spielen und auch mit Farbstoffen einige verschiedene Läuterzucker herstellen. Die Süße von Zuckersirup wird im übrigen in Grad Boumé gemesen. So ergibt sich aus 1 Kilo Zucker und 1 Liter Wasser, einen Süßegrad von 22 Grad Bé. Bekannte Sirup Marken wie Monin, Riemerschmid oder Giffard kennen auch kaum Grenzen in Geschmack und Farbe. Mit Geschmäckern wie Karamel, Spekulatius, Gurke und Co. , lassen sich echt tolle Fancydrinks und natürlich auch Klassiker herstellen.

Aber wie oben bereits geschrieben, arbeite ich lieber mit dem weißen Rohrzucker für den Mojito.

Die Minze im Mojito

Minze ist natürlich auch entscheidenter Baustein im Mojitoland. Hier gibt es natürlich auch Unterschiede, die den Geschmack ausmachen. Wird hierzulande eher die Pfefferminze oder die Grüne Minze für Mojitos genommen, so wird in den karibischen Ländern insbesonders für kubanische Mojitos, die Hierba Buena (Mentha nemorosa) verwendet. Diese ist auch unter dem Namen Hemmingway, Zottige -oder Hainminze bekannt. Sie unterscheidet sich etwas von der Pfefferminze oder Grüne Minze. So ist sie weniger scharf im Aroma und erfrischender.

Ein Mojito der zu minzlastig ist, verliert seine Leichtigkeit. Achte deshalb darauf, welche Art von Minze du nimmst und wie du sie dosierst. Auch gibt es bei der Herstellung des Mojitos Unterschiede die den Geschmack entscheidend beeinträchtigen.

Klatscht man die Minze mit der flachen Hand leicht an, werden die ätherischen Öle der Minze freigesetzt.

Auf meinen Reisen und an den Bars dieser Welt lernte ich was Einheimische für Tricks anwenden um am Beispiel des Mojitos, einen noch intensiveren Geschmack zu bekommen. So erzählte mir ein Kubaner, dass er nicht nur die Minzblätter nimmt, sondern auch den Stängel verwendet. Diesen ritzt er mit leinem Messer ganz leicht ein. Er sagte zu mir: „ ihr Deutschen verwendet meist nur die Blätter, ohne dabei zu wissen, dass im Stängel das meiste Aroma ist“. Natürlich habe ich dies ausprobiert und den Vergleich angestellt. Es war schon ein Unterschied der mich begeistert hat. Und dies erzähle ich gern bei meinen Schulungen oder den Gästen an der Bar.

Es sind oft Kleinigkeiten die den Geschmack ausmachen

Ein gutes Beispiel dafür findet man bei den Baristas. Wenn diese einen Espresso in einer Siebträgermaschine herstellen, sind Sekunden entscheidend. Sobald die Bohne gemahlen wurde, muss der Siebträger sofort in die Maschine eingehangen werden und per Knopfdruck das Wasser über die gemahlenen Espressobohne laufen. Lässt man sich zu viel Zeit um diesen Vorgang zu starten, schmeckt der Espresso völlig anders, wie wenn man den Espresso in der notwendigen Geschwindigkeit brüht.

Und wieder merkst du, dass Kleinigkeiten oft den kleinen feinen Unterschied ausmachen.

Achte deshalb auch darauf wenn du einen Mojito zubereitest, wie du ihn zubereitest und was du für Zutaten nimmst.

Oft ist leider Geiz geil

Ich sage hier ganz klar und deutlich, dass ich nur mit Premium Spirituosen meine Cocktails, Longdrinks und natürlich den Mojito zubereiten werde. Der Name Premium schreckt dich jetzt vielleicht ab, dabei rede ich hier nicht von 50-60 Euro teure Spirituosen pro Flasche. Nein ich rede davon, dass mir meine Gäste wichtig sind und ich es auch nicht mit meiner Barkeeper Ehre ausmachen könnte, billigen Discounter Alkohol zu verwenden. Natürlich kommt es auch immer auf den Geldbeutel drauf an. Auch rede ich gerade von der professionellen und nicht privaten Anwendung.

Dennoch möchte ich einen Vergleich darstellen. Von vielen Profiköchen die wir ja mittlerweile sehr gut aus den Medien kennen, hört man, dass man bevor man sich jeden zweiten Tag günstiges Fleich einverleibt, doch lieber etwas auf ein qualitativ hochwertiges teureres Stück Fleisch sparen sollte . Dort wird gesagt, esst mit Vernunft und denkt an die Qualität.

Warum soll dies also bei den Mixgetränken anders sein?

Gönnt euch und euren Gästen lieber etwas hochwertiges und erlebt lieber Geschmacksorgasmen wie Kopfschmerzen. Allerdings verwende wie oben bereits erwähnt keine zu teuren Spirituosen.

Ohne Limette kann der Mojito natürlich nicht existieren. Auch hier gibt es natürlich Unterschiede. Diese erkennt man zum Beispiel oftmals an der Größe. Limetten im Discounter sind oftmals kleiner als die brasilianischen Limetten im Supermarkt. Auch hier spielt natürlich der Preis eine Rolle. Allerdings gebe ich lieber ein paar Cent mehr für eine Limette aus und habe saftiges und ergibiges Fruchtfleisch als aus einer kleinen schmächtigen Limette nur die Bitterstoffe ausdrücken zu können.

Für einen Mojito braucht man natürlich auch Eis. Die Kubaner verwenden Ice Cubes wobei hierzulande und in Europa oftmals Crushed oder Cracked Ice verwendet wird.

Nun habe ich recht viel über den Mojito und einige Tipps geschrieben. Du willst jetzt aber auch sicherlich wissen, wie ich meinen perfekten Mojito kredenze. Also setz dich hin, schnall dich an und nimm dir dein Sabbertuch schonmal zur Hand. Natürlich wird es den ein oder anderen geben, der mein Rezept und meine Machart in Frage stellt, aber dies ist für mich ganz normal. Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so. Dem einen haust du völlig aus der Bahn mit deinem Mojito und dem anderen holst du halt nicht ab. Vielleicht hatte er seine eigenen Erlebnisse und Erinnerung an dem für ihn bestgemixten Mojito. Alles kein Weltuntergang und es sollte dich nur noch mehr anspornen, auch diesen Gast zu überzeugen, einen leckeren Mojito zaubern zu können.

Schließlich gibt es noch mehr Möglichkeiten einen Mojito geschmacklich zu verändern oder zu pimpen. Gern werden Frucht Pürees oder frischen Früchten verwendet. Auch kommen gelegentlich Sprite oder Ginger Alé als Soda Ersatz zum Einsatz.

Hier mein perfekter Mojito

Reibe 6-8 Minzblätter am Rand eines  Highballglas. Wenn der Gast einen Mojito am Strohhalm zieht, hat er meist seine Nase nahe des Glasrands. Dort riecht er dann die Minze, welche gleich noch mehr Lust auf einen Schluck davon macht. Die Blätter wirfst du direkt ins Glas. Durch das Reiben am Glasrand werden außerdem die ätherischen Öle der Minze freigestzt. Das erreicht man auch, indem man die Minze in der Hand klatscht. Allerdings sieht das Klatschen seltsam aus und hat nicht diesen Geruchseffekt. Achte allerdings darauf, das die Minzblätter nicht zerstört werden. Sonst hat Dein Gast immer Stückchen im Mund, was für manche als unangenehm empfunden wird.

Danach halbierst du eine fruchtige, leicht weiche Limette. Sollte sie nicht weich sein, rolle sie auf einem Schneidebrett mit aufgestützter Hand. Die eine Hälfte der Limette mit einer Limettenpresse ausdrücken, um ca. 2-2,5 cl frischen Limettensaft zu erhalten, welchen du direkt in das Gästeglas squeezt. Achte darauf, nicht zu stark zu pressen, da sonst die Bitterstoffe der Schale in deinem Mojito landen. Die andere Hälfte viertelst du und wirfst drei Teile direkt ins Glas. Ein Viertel reibst du ganz leicht wieder am Glasrand und wirfst es ebenfalls ins Glas.

Nun gibst du 3 BL (Barlöffel) weißen Rohrzucker in das Minz -Limettengemisch und rührst es mit dem Barspoon (Barlöffel) leicht um. Anschließend 1-2 Minuten ruhen lassen. Danach gibst du 3-4 Ice Cubes in das Glas und füllst 5 cl Havana Club 3 Años darüber. Anschließend kurz umrühren und mit weiteren 2-3 Ice Cubes auffüllen. Jetzt kommen 4 cl Soda Wasser on Top. Erneut kurz umrühren.

Optisches Highlight setzen und servieren

Danach nimmst du einen Stängel mit Minze und ritzt ihn ganz leicht ein. Diesen steckst du dann ins Glas und bedeckst die Minzblätter am Stängel mit etwas weißem Rohrzucker. Einige Gäste mögen es, die Minze ganz zu vernaschen und erfreuen sich über die Minz-Rohrzucker-Kombination.

Schließlich steckst du einen dickeren Strohhalm ins Glas und servierst den Cocktaill mit einer Serviette. Den dickeren Strohhalm solltest du verwenden, falls doch einmal ein Minzblatt kaputt gegangen ist und sich durch den Strohhalm mogeln möchte. Ein dünnerer könnte verstopfen und den Trinkgenuss unterbrechen.

Das ist mein perfekter Mojito!