Cocktails mit Cachaça gehören an jede Bar wie das Amen in der Kirche. Doch die meisten wissen gar nichts mit dem Begriff Cachaça anzufangen. Fragt man sie dann ob sie Pitu kennen, kommt sofort ein ja sicher. Aus Zuckerrohsaft werden sehr viele Spirituosen hergestellt, wie zum Beispiel der Cachaça. Übersetzt bedeutet das so viel wie Feuerwasser oder umgangsprachlich Pinga – Fusel.

Cachaça oder Rum

Der Cachaça solltest du nicht mit Rum verwechseln, wenngleich man beide aus Zuckerrohr gewinnt. Allerdings wird dieser aus frischem ausgepressten Zuckerrohr gewonnen und der Rum wird meistens aus Zuckerrohrmelasse hergestellt. Der gewonnene Zuckerrohrsaft wird mit Hefe und Wasser versetzt und ca. 24 Stunden in Edelstahlbehältern zur Gärung gegeben.

Traditionelles Herstellungsverfahren

Es gibt natürlich auch traditionelle Herstellungsverfahren. Diese unterscheiden sich nicht nur bei dem Fermentierungsprozess welcher bis zu 36 Stunden geht. So wird alles mit der Hand hergestellt, natürliche Hefekulturen werden in der Fermentation zugesetzt und die Destillation findet in Kupfer Brennblasen statt. Die traditionalle Herstellung hat der industriellen natürlich Vor- aber auch Nachteile. Der Geschmack von Zuckerrohr ist in der traditionellen Herstellung einfach intensiver. Dafür ist diese Herstellung aufwendiger und preisintensiver.

Industrielle Herstellung

Die industrielle Herstellung dagegen ist natürlich wesentlich einfacher und preiswerter. Da aber der intensive Zuckerrohr Geschmack dabei etwas abhanden geht, darf in dem fertigen Destillat in Brasilien bis zu 30 Gramm Zucker pro Liter hinzugefügt werden. Allerding muss der Cachaça bei mehr als 6 Gramm Zuckerzugabe pro Liter mit dem Begriff „adoçada“ gekennzeichnet sein, was so viel wie „nachgezuckert“ bedeutet,

Alkoholgehalt des Cachaças

Laut brasilianischem Gesetz darf der Alkoholgehalt maximal 48 % und muß mindestens 38 % betragen. Natürlich gibt es auch welche mit bis zu 54 % Alkoholgehalt. Diese müssen dann als Aguardente (de cana) vertrieben und exportiert werden.

Bekannte Marken und Regionen zur Herstellung

Es gibt hierzulande einige bekannte Marken. Die meisten stellt man allerdings industriell her, d.h. in großen Mengen und nicht traditionell. Der  bekannteste unter ihn ist der Pitu. Auch Marken wie Cachaça 51, Nêga Fulô, Velho Barreiro und Ypióca gehören zu den bekannteren. Letzt genannter ist in meinen Augen ein sensationeller Liquid, welcher sich sehr gut für einen leckeren Caipirinha eignet. Dazu aber mehr, wenn ich dir den Caipirinha etwas näher vorstelle.

Bahia, Rio de Janeiro, Minas Gerais, Alagoas und Pernambuco sind die wohl bekanntesten Regionen zur Herstellung von Cachaça. Dort findet man viele kleine landwirtschaftliche Destillerien auch Fazendas genannt, welche auf traditionaler Weise den Zuckerrohrschnaps herstellen.

Ich persönlich war leider noch nicht in Brasilien und durfte bei der Herstellung  zuschauen und diesen dann mal pur genießen. Allerdings habe ich trotzdem eine wahnsinnige Erfahrung mit dem Zuckerrohrschnaps machen dürfen. Dies erfährst du dann, wenn ich dir den Caipirinha schmackhaft machen werde. Natürlich gilt auch hier, Geschmäcker sind verschieden. Nicht jeder steht auf den teilweise dominanten Geschmack.

Solltest du aber mal in den Genuss kommen einen probieren zu können, der im Holzfass gereift wurde, dann wirst du vielleicht auch zu einem Fan des Zuckerrohrschnapses. Für das Holzfass welches man zur Lagerung verwendet, darf man 22 verschiedene Holzsorten verwenden. Manchmal hat der Zuckerrohrschnaps eine bräunliche Farbe, welche von den Eichenfässern stammt, in denen er lagerte.

Durch den Caipirinha bekam der Cachaça seinen Ruhm. Dank des leckeren Drinks, wurde er in den 1990 igern zur Trendspirituose. Dieser Trend hält bis heute an. Kaum vorstellbar, wenn es keine Caipis und Batidas mehr geben würde. An so ziemlich jeder Bar, findet man das süffige Destillat auf der Cocktailkarte. Natürlich lassen sich damit auch andere köstliche Kreationen zaubern.

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